Tagung des BMBF FSP 101 (ATLAS-Experiment des LHC/CERN) in Mainz

Vom 21. bis zum 24. September fand das jährliche Treffen des durch das BMBF eingerichteten Forschungsschwerpunkts (FSP) 101 in Mainz statt, organisiert durch die ETAP-Gruppe des Instituts für Physik. Der FSP 101 umfasst insgesamt 15 deutsche Gruppen, die am ATLAS-Experiment des Large Hadron Collider (LHC) am europäischen Zentrum für Teilchenphysik (CERN) forschen. Die Arbeit der deutschen Wissenschaftler wird hierbei im Zeitraum 2009-2012 mit insgesamt rund 23 Millionen Euro unterstützt.

 

Der LHC bietet einzigartige Möglichkeiten, um die fundamentalen Bausteine der Materie und deren Wechselwirkungen untereinander bei TeV-Energien zu untersuchen, die den Vorgängen entprechen, wie sie im frühen Universum (etwa 10-12s nach dem Urknall) statt fanden.  So wendet sich die Untersuchung von Reaktionen beim LHC an fundamentale Fragen der Elementarteilchenphysik und der Kosmologie. Seit März 2010 kollidieren am LHC zwei entgegengesetzte hochenergetische Protonenstrahlen von je 3.5 TeV, wodurch sich eine Schwerpunktsenergie von 7 TeV ergibt. Die Wechselwirkungen, die in diesen Kollisionen statt finden, werden im ATLAS Detektor gemessen.

 

Über 220 Teilnehmer nahmen hierbei an mehreren Plenarsitzungen sowie einer Zahl von Parallelsitzungen zu spezifischen Aspekten teil. Ebenfalls angeboten wurden Tutorials zur Computing und Software-Infrastruktur. Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Diskussion lag auf der Vielzahl der bisher erreichten Ergebnisse aus Proton-Proton-Kollisionen bei bisher unerreichten Energien. Neben genauer Vermessung erwarteter Prozesse und der Optimierung der Detektorantwort konnten in der Suche nach möglichen Prozessen neuer Physik auch bereits erste Einschränkungen an Modelle in bisher durch andere Beschleuniger nicht erreichten Bereichen erzielt werden. Hierbei spielen die deutschen Gruppen, insbesondere auch die Mainzer ETAP-Gruppe, eine führende Rolle. Am Donnerstag wurden die angereisten Gäste durch den Präsidenten der Johannes Gutenberg Universität (Univ.-Prof. Dr. G. Krausch) begrüßt. Anschließend stellte Dr. K. Ehret die Relevanz der Messungen mit dem ATLAS-Experiment in der deutschen Forschungslandschaft aus Sicht des BMBF dar.

 

 

Weiterführende Links:

- Webseite des FSP 101 ATLAS:     http://www.fsp101-atlas.de/